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Den Philosophen auf der Spur – Eilenbergers „Zeit der Zauberer“

screenshot_2019-01-07 ronja literaturblog ( ronja waldgaenger) • instagram-fotos und -videos(4)

Mit Zeit der Zauberer hat der langjährige Chefredakteur des Philosophie-Magazins mehr für das gegenwärtige Ansehen und die Wahrnehmung der #Philosophie getan, als viele Schriften und Aufsätze der letzten Jahre. Dass Philosophen nicht nur akademische „Superstars“ waren, sondern schlechthin gesellschaftliche Ereignisse, zeigt dieses #Buch. Es entführt den Leser in das große #Jahrzehnt der modernen Philosophie, die Jahre zwischen 1919 und 1929. Hier treten vor allem vier Personen auf, die in ihrem Leben nicht nur völlig unterschiedliche Positionen einnahmen, sondern auch aus verschiedenen sozialen Umständen kamen. Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein, Ernst Cassirer und Walter Benjamin spannten in diesem Jahrzehnt einen Kosmos der Weltbetrachtung auf, an denen man sich bis heute orientieren kann, wenn man die Aufgabe des Denkens ernst nehmen will.
#Eilenberger schafft es, für den interessierten Laien eine spannende Narration zu entwickeln. Mit zahlreichen Seitenblicken, Andeutungen und biographischen Versatzstücken entsteht ein Gefühl für die damalige Welt und die Kämpfe, die in ihr ausgetragen wurden. Gleichzeitig liegt aber hier eine unübersehbare Schwäche des Buches. So verbleiben manche Schilderungen in einfachen biographischen Nacherzählungen, die man schon bei anderen lesen konnte, – neue Erkenntnisse sind daher nicht zu erhoffen, was aber wiederum auch nicht zu erwarten war. Schwerer wiegt, dass der Autor offensichtlich das Ziel hatte, ein – im besten Sinne gemeintes! – populärwissenschaftliches Buch zu schreiben. Die Beschäftigung mit den philosophischen Ideen ist daher an manchen Stellen extrem flach und teils unangebracht. Ebenso stellt sich sehr schnell heraus, welche Denker Eilenberger schätzt und welchen er skeptisch gegenübersteht. Dies ist zwar verständlich, evoziert aber auch sehr schnell normative Urteile, die in einer philosophischen Auseinandersetzung schlicht deplatziert sind.
Dennoch bleibt ein lesenswerter Abriss über vier großartige Philosophen und die Zeit, die diese erst hervorbringen konnte.

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