Allgemein, Briefe, Kurzrezensionen, Literaturmonat
Hinterlasse einen Kommentar

Franz Kafka: Brief an den Vater

Die Literaturwissenschaft streitet bis zum heutigen Tag über die Einordnung dieses Textes. Doch ob Literatur oder biografisches Zeugnis, eines ist wohl ohne Frage bei Kafkas „Brief an den Vater“ festzustellen. Es handelt sich um eine schriftliche Lebensanalyse, die eine Auseinandersetzung mit Angst, Zweifel und den inneren Kampf von Kafka und dessen Vater aufzeigt. Das stete Wechselspiel von Anklage und Wehklage, von Vorwürfen und gleichzeitiger Negation der Vorwürfe mit Verweis auf die eigene schwache Natur, spiegeln allerdings die literarische Raffinesse des Textes wider. Hier werden Perspektivwechsel und Übertreibungen eingesetzt, um ein analytisches Spiel aus Verdeckung und Aufdeckung zu kreieren, ob dieses Spiel an Kafka selbst oder an den Leser gerichtet ist, scheint dabei bedeutungslos. Es bleibt ein Text, der den inneren Kampf zwischen familiären Machtverhältnisse und den Auswirkungen auf das Eigene zu beleuchten versucht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s