Blogprojekt, Klassiker der Woche
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E.T.A. Hoffmann

◾Schwarze Romantik◾
E.T.A. Hoffmann prägte die sog. Schwarze Romantik, die sich noch mehr von der Rationalität der Aufklärung abwandte und sich mit dem Okkulten und Dunklen der menschlichen Existenz beschäftigte. Das Werk „Die Elixiere des Teufels“ lässt einen exemplarischen Einblick zu, doch auch im Werk „Der Sandmann“ verschwimmen eindrücklich die Grenzen zwischen Realität und Fantasie. Radikal wird von den Schattenseiten des menschlichen Daseins erzählt, in die Psyche eingedrungen und mit den neuen Errungenschaften – Technik und medizinische Erkenntnisse – gespielt, ohne dabei die Ängste der Zeit außen vor zu lassen. Geprägt von der „gothic novel“ aus England und beeinflusst von Romantikern und Ärzten, lässt Hoffmann psychiatrisches Wissen, Eskapismus und Phantastik mit den Motiven des Bösen, des Todes und Wahnsinns miteinander verschmelzen. Seine ersten Romane lassen das Selbst erscheinen und spiegeln die eigenen, inneren Abgründe wider, bis sie schließlich in die 1819-1821 veröffentlichte Sammlung „Die Serapionsbrüder“ münden, in der auch „Das Fräulein von Scuderi“ erschien. Wieder wird ein inneres Bild eingefangen und nach außen übertragen, so dass vordergründig spannende Kriminalgeschichten entstehen, die aber die Frage nach dem Abgrund im eigenen Selbst aufwerfen und mit der Ambivalenz von parapsychlogischen Tendenzen des Menschen spielen. 

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