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Georg Büchner – Dantons Tod

Die Französische Revolution im Jahr der Schreckensherrschaft 1794 – Georg Büchner nimmt sich 1835 einer historischen Figur und seines Schicksals in „Dantons Tod“ an und unterstreicht mit diesem Drama seinen literarischen Auftrag über die Missstände aufzuklären, ohne dabei Fragen über Freiheit des Individuums und dessen Handlungsmöglichkeiten in der Geschichte auszulassen. Georg Büchner ist Schriftsteller des Vormärzes – jener entgegengesetzten Bewegung der polit. resignierten Biedermeierzeit, die sich wieder vermehrt des politischen Auftrags der Kunst annimmt und auf die Missstände der Zeit eingeht -. In „Dantons Tod“ setzt er sich mit seinem „Geschichts-Fatalismus“ auseinander, in dem er die Machtlosigkeit des Menschen gegenüber der Geschichte formuliert. In dem vieraktigen Drama thematisiert Büchner (in Rückgriff auf hist. Quellen) die Umwälzungen der Revolution. Die Freilassung der Vernunft schlägt in Gewalt um, die Protagonisten zweifeln und fühlen Einsamkeit zwischen Idealismus und Nihilimus. Büchner fängt das Lebensgefühl der Sinnlosigkeit trotz Freiheit und Macht ein und erschafft das Bild eines modernen Menschen, der Freiheit nur in Form von Befreiung der Ketten sieht, dabei sein triebhaftes Wesen und seine Natur vergisst und somit in einen Strudel aus Vernunft und Gewalt gerät. Nicht die Schreckensherrschaft ist Mittelpunkt des Stückes, sondern die Botschaft des organischen Wachstums. Wenn man sich diesem entgegensetzt, nur noch Vernunft und Schönheit anstelle der menschlichen Natur – mit seinem materiellen und triebhaften Wesen – setzt, ist keine Freiheit möglich. Die vollständige Uraufführung fand erst 1902 in Berlin statt.

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