Reflektion führt zur Gelassenheit – Mama, nicht schreien von Jeaninne Mik und Sandra Teml-Jetter

Eltern wollen nichts falsch machen, die Kleinsten begleiten, da sein und doch weit genug weg, um sie selbst wachsen zu lassen. Immer liebevoll, geduldig, verstehend und freundlich. Wie belastend es für sie ist, wenn sie nicht dem eigenen Idealbild entsprechen und mit Stress und Emotionen konfrontiert werden, zeigt die Omnipräsenz des Themas auf allen Plattformen und Bestsellerlisten.
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Neben Büchern von Nora Imlau und Nicola Schmidt steht auch „Mama, nicht schreien! Liebvoll bleiben bei Stress, Wut und starken Gefühlen“ von Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter auf der Liste und zeigt Wege auf, harmonischer mit dem Kind zu kommunizieren. Die Kernaussage ist dabei deutlich: Nicht die Kinder sollen verändert werden, sondern die Eltern müssen lernen mit den Emotionen umzugehen.
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Denn Wut entsteht meist nicht aufgrund Fehlverhaltens des Kindes, sondern weil sich negative Gefühle aufgestaut haben. Mik und Teml-Jetter appellieren an die Akzeptanz. Die Gefühle zu akzeptieren, kann helfen zu unterdrückten Empfindungen und Bedürfnissen vorzudringen. Mit gezielten Übungen kann erlernt werden, Wut zuzulassen, ohne dass sie einen einnimmt. Doch meistens sind nicht die vereinzelten Wutanfälle das Problem, sondern der Dauerstress, den sich Eltern ausgesetzt fühlen. Können auch hier Übungen helfen das Stresslevel zu senken, so braucht es ebenso eine klare Kommunikation, um Bedürfnisse zur Sprache kommen zu lassen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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Anders als andere Ratgeber gehen die Autoren in diesem Buch durchgehend einen Schritt weiter und setzen vor allem in der eigenen Vergangenheit an. Durch ein bewusstes Loslassen der negativen Gefühlen, die man mit den Eltern verbindet – der Entelterung – könne man zur Selbstermächtigung kommen und bewusst wahrnehmen, welche Verhaltensweisen aus der eigenen Kindheit kommen und welche man nicht weitergeben möchte. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Dass diese Reflektion nicht mit dem zwangsläufigen Kontaktabbruch oder Schuld in die Schuhe schieben einhergeht, ist durchaus so positiv zu werten, ebenso wie die Stärke des Buches theoretisches Wissen mit konkreten Übungen zu kombinieren.

Ich danke dem Kösel-Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar

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