Erich Kästner – Der Gang vor die Hunde

Der ursprüngliche Beitrag erschien auf dem Instagram-Kanal des Atrium Verlags. Ich habe das große Glück für den Atrium Verlag in Zukunft die Bücher von Erich Kästner vorstellen zu dürfen. Den Anfang machte „Der Gang vor die Hunde“:

Die Geschichte des arbeitslosen Germanisten Dr. Jakob Fabian, der als Moralist auf seinen Streifzügen durch Berlin ein Sittenbild der Zeit erschuf, erscheint auf den ersten Blick oberflächlich, laut und schnell. Mit subtilen Mechanismen und menschlichem Scharfblick werden aber die Brüche und Probleme der Zeit in einem übertriebenen Zerrspiegel dargestellt, in dem die Faszination des Abgrunds neben der Tristesse des Alltags ebenso zynisch wie anziehend wirken und doch als Warnung dienen sollte. Das Buch wurde ein Publikumserfolg, der Klassiker der Neuen Sachlichkeit schlechthin und wenig später Zündstoff für die Bücherverbrennung.

Dass der junge Autor aber weitaus radikaler schrieb, ist seit 2012 in der von Sven Hanuschek rekonstruierten Originalfassung „Der Gang vor die Hunde“ im Atrium Verlag nachzulesen. Zusammen mit den Nachworten von 1931, den Vorbemerkungen von 1946 und 1950 und den ausführlichen Erläuterungen Hanuscheks verlegt der Atrium Verlag ein neues Meisterwerk, das ganz im Sinne Kästners dem Leser das für ihn vorgesehene Leseerlebnis geben und „mit allen Mitteln in letzter Minute Gehör und Besinnung erzwingen“ kann.

Erich Kästner
Der Gang vor die Hunde
Atrium Verlag Zürich
310 Seiten
12 €

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