Autor: ronja.waldgänger

Literaturmonat Biografien

Mein erster Literaturmonat:Eine aufsehenserrendes Enthüllungsbuch über Trump, das die letzten Wochen Schlagzeilen erregt hat, ein neuer Briefwechsel von Hannah Arendt der im Februar erscheint und ein Stapel voller Rezensionsexemplare mit biografischen Aspekten. Wie könnte der Monat Februar nicht unter dem Motto: Biografien stehen. Ihr werdet in diesem Monat neben Gegenwartsliteratur, Klassikern und anderen Sachbüchern immer mal wieder eine Abhandlung über das Leben von Lindgren, Rilke, Goethe und Camus zu sehen bekommen, in die Gespräche Hannah Arendts hineinschnuppern, autobiografische Romane über einen unbekannten Autor lesen und die Geschichte von Celan und Bachmann verfolgen. Seid gespannt auf den Literaturmonat. Helmut Böttiger: Eine Doppelbiographie über Bachmann und Celan Alois Prinz: „Beruf Philosophin oder Die Liebe zur Welt“ Die Lebensgeschichte der Hannah Arendt Joseph Luzzi: Die Macht der Sprache: Joseph Luzzis autobiografischer Roman „In einem dunklen Walde“ Jens Andersen: Astrid Lindgren. Ihr Leben Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller

Literaturmonat Briefe, Briefwechsel und Tagebücher

„Mein Tagebuch soll sein wie eine Reisetasche, in die ich ungeprüft allen Krimskrams hineinwerfe. Wenn ich später nachsehe, ist das Durcheinander wie von Geisterhand geordnet, gesintert zu einem Ganzen, so fest und unnahbar wie ein Kunstwerk – aber so transparent, daß das Licht des Lebens durchscheint.“ V.Woolf Ihr werdet in diesem Monat neben Gegenwartsliteratur, Kanon, Klassikern und Sachbüchern immer mal wieder etwas aus den Briefen von SimonedeBeauvoir und Sartre lesen, einen Briefwechsel von den Mitgliedern der WeißenRose vorgestellt bekommen, in Gespräche Hannah Arendts hineinschnuppern, die Tagebücher von Woolf kennenlernen und den Maler Franz Marc von einer anderen Seite betrachten. Seid gespannt auf den Literaturmonat zum Thema Tagebücher und Briefwechsel Vinke, Hermann: Sophie Scholl im Briefwechsel mit Fritz Hartnagel – Eine Freundschaft 1937-1943 Kafka, Franz: Brief an den Vater Hesse, Hermann: Ausgewählte Briefe Arendt, Hannah: Denktagebücher Beauvoir und Sartre: Simon

Literaturmonat Psychoanalyse

Mit ein wenig Verspätung stelle ich Euch heute endlich das Thema zum Literaturmonat April vor. Sicherlich ist es keine große Überraschung, dass ich mich in diesem Monat näher mit der Psychoanalyse beschäftigen möchte. Neben den Schriften von Freud, sollen vor allem Lou Andreas-Salomé und Erich Fromm näher betrachtet werden. Auch der oft vergessene Psychoanalytiker Sándor Ferenczi wird vorgestellt werden, hat er doch die Psychotraumatologie vorangebracht und entschieden geprägt. Natürlich wird auch ein Blick auf den Zusammenhang von Literaturwissenschaft und Psychoanalyse geworfen und somit die Lektüre von Peter von Matt intensiver vorgestellt werden. Ihr könnt gespannt sein auf den neuen Literaturmonat. Dieses Mal zum Thema: Psychoanalyse

E.T.A. Hoffmann

◾Schwarze Romantik◾E.T.A. Hoffmann prägte die sog. Schwarze Romantik, die sich noch mehr von der Rationalität der Aufklärung abwandte und sich mit dem Okkulten und Dunklen der menschlichen Existenz beschäftigte. Das Werk „Die Elixiere des Teufels“ lässt einen exemplarischen Einblick zu, doch auch im Werk „Der Sandmann“ verschwimmen eindrücklich die Grenzen zwischen Realität und Fantasie. Radikal wird von den Schattenseiten des menschlichen Daseins erzählt, in die Psyche eingedrungen und mit den neuen Errungenschaften – Technik und medizinische Erkenntnisse – gespielt, ohne dabei die Ängste der Zeit außen vor zu lassen. Geprägt von der „gothic novel“ aus England und beeinflusst von Romantikern und Ärzten, lässt Hoffmann psychiatrisches Wissen, Eskapismus und Phantastik mit den Motiven des Bösen, des Todes und Wahnsinns miteinander verschmelzen. Seine ersten Romane lassen das Selbst erscheinen und spiegeln die eigenen, inneren Abgründe wider, bis sie schließlich in die 1819-1821 veröffentlichte Sammlung „Die Serapionsbrüder“ münden, in der auch „Das Fräulein von Scuderi“ erschien. Wieder wird ein inneres Bild eingefangen und nach außen übertragen, so dass vordergründig spannende Kriminalgeschichten entstehen, die aber die Frage nach dem …

Zeit und Macht – Macht und Zeit: Christopher Clarks neues fulminantes Werk

Nicht ohne Zufall, ist der bekannteste Historiker der deutschen Vergangenheit kein Deutscher und scheut sich nicht Thesen abseits des akademischen Mainstreams zu veröffentlichen. Die Rede ist von Christopher Clark. Durch zahlreiche Interviews, TV-Dokumentationen und nicht zuletzt durch seine Bücher, schaffte er es, als Geisteswissenschaftler den Durchbruch. Schnell wird der Ruf nach Populärwissenschaft laut, doch das besondere an Christopher Clark ist, dass man ihm – trotz seiner medialen Präsenz – genau diese Vorwürfe nicht machen kann. Seine wegweisenden Schriften zur preußisch-deutschen Geschichte sind mittlerweile Standardwerke, insbesondere sein 2006 veröffentlichtes Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947. Kein seriöser Historiker würde es Clark absprechen mit der notwendigen Akribie und Leidenschaft für Quellen zu arbeiten. Der Vorwurf der Parteinahme, die über jeder historischen Darstellung schwebt, ist da schon schwerer zu entkräften. Auch Clark wurde dieser schwerste aller Vorwürfe der deutschen Historikerzunft in der Debatte um sein Buch Die Schlafwandler gemacht. Revisionismus, Rehabilitierung des deutschen Kaiserreichs, Verschiebung der Kriegsschuld, und andere, für manche sicher karrierezerstörende Vorwürfe, wurden erhoben. Sicherlich schütze ihn nicht nur seine australisch-britische Herkunft, auch die Vorwürfe konnten zu …

Vom Zwang der Freiheit – Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall

Nach ihrem Debütroman „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ und dem Erzählband „Muldental“, erschien im Frühjahr im @diogenes.verlag das neue Buch von Daniela Krien „Die Liebe im Ernstfall“, von dem man nicht recht sagen kann, ob es sich um einen Roman oder eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt. Die Lebensausschnitte der fünf Frauen werden von einer Erzählerstimme eng und doch fein verwoben, bleiben aber eigenständige Geschichten, die nach Wochen noch zum Nachdenken anregen, so dass die Frage des Buchformats schnell in den Hintergund rückt. Erscheint das Buch auf dem ersten Blick als eine Erzählung verschiedener Leben mit ihren Rückschlägen, birgt Kriens Buch auf dem zweiten Blick mehr als bloße Darstellungen der Liebe und ihrer Hindernisse. Es ist ein stilles und dennoch gewaltiges Werk, das sich mit dem Zwang der Freiheit auseinandersetzt. Dabei sind die Erzählungen der Frauen keine Sammlung von leeren Geschichten. Sie ergeben sowohl Einzeln als auch in ihrer Gesamtheit ein Bild von einer Gesellschaft mit in sich zerissenen Menschen. Prototypisch wird aufgezeigt, wie einem Idealbild von Liebe, Familie und Zusammengehörigkeit in einer Zeit des …