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Die Macht der Sprache: Joseph Luzzis autobiografischer Roman „In einem dunklen Walde“

In dem autobiografischen Werk „In einem dunklen Walde“ von Joseph Luzzi kommt eines ganz deutlich zum Vorschein: Die Macht der Poesie, die Macht der Worte in und nach dramatischen, wenn nicht sogar traumatischen Situationen. Joseph Luzzi ist glücklich verheiratet, unterrichtet und lehrt über die Kultur und Literatur Italiens und erwartet mit seiner Frau sein erstes Kind. Seine Welt gerät aus den Fugen, als er erfährt, dass seine Frau einen tödlichen Unfall hatte: „Die Worte kamen von irgendwoher aus der Nähe, aber sie klangen gedämpft, als wären sie durch andere Dimensionen zu mir gekommen. Zeit und Raum krümmten sich um mich. Ich betrat den dunklen Wald.“ Findet seine Tochter noch mit einem rettenden Kaiserschnitt ins Leben, so kann Jopseph Luzzi weder trauern noch begreifen, was passiert ist. Er betrat den dunklen Wald und fand zu Dante Alighieri, welcher in seiner „Göttlichen Komödie“ ebenso in die Dunkelheit eintrat. Luzzi stürzt sich in seine Forschungen, auf der Flucht vor der Trauer und zugleich in seiner Trauer einen Weg suchend, aus dieser herauszufinden. Wie er es durch Poesie geschafft …

Alois Prinz, „Beruf Philosophin oder Die Liebe zur Welt“ Die Lebensgeschichte der Hannah Arendt

Hannah Arendt hat politisches Denken und Handeln miteinander verbunden. Denn sie wusste genau, dass Philosophie und Politik zwei Bereiche sind, die sich diametral gegenüberstehen stehen. Im bekannten Interview mit Günter Gaus sagte sie einmal: „Ich fühle mich keineswegs als Philosophin.“ Alois Prinz bietet mit seiner kleinen Biografie eine gute Einstiegslektüre, die es gerade neuen Lesern von Arendt ermöglicht, die Lebensgeschichte der Denkerin zu verstehen, die unmittelbar mit ihrem Werk verbunden ist. Als deutsche Jüdin musste sie schon früh ins Exil und fand ihre neue Wohnstätte schließlich in Amerika. Umstände, die sie zeitlebens mit Entschiedenheit auf gesellschaftspolitische Ereignisse reagieren ließen. Die enge Verbindung zu Persönlichkeiten wie Heidegger, Jaspers und Benjamin, werden gleichermaßen von Prinz beleuchtet, stellten sie nicht nur eine wichtige Verbindung zu ihrer Heimat dar, sondern prägten auch ihr gesamtes Denken. Ein „Denken ohne Geländer“, wie es ihr immer wichtig war, ermöglicht auch die Lektüre von Prinz, denn sie bietet eine passende Einführung, die anregt weiterzudenken und Arendts Werke zur Hand zu nehmen.